In eigener Sache

Vielleicht ist es ja mal an der Zeit, wenigstens ein wenig Licht ins Dunkel dieses Blogs zu bringen, denn Kommentare wie dieser treffen mich ja nun zutiefst:

liebes, hab mich echt bemueht, versteh‘ aber trotzdem KEIN Wort ! worum geht es eigentlich ? 1000 kuesse sas

Dieser Blog ist nicht der verzweifelte Versuch, die Welt mit den Perlen meiner intellektuellen Brillanz zu beglücken. In erster Linie betreibe ich das hier als Frustabbau – dann muss ich meine unmittelbare Umwelt nicht allzusehr mit meiner nicht unerheblichen Wut auf das Gesamtsystem belästigen – hier kann sich das reinziehen wer will. Ansonsten sagen mir meine Besucherzahlen, dass es tatsächlich Leute gibt, die meine Versuche, ausgewählten Vertretern der pöhsen Gesellschaft ganz praktisch und real ans Bein zu pinkeln, durchaus zu lesen scheinen. Und das Ganze hat auch noch einen praktischen Nutzen: hier weiß ich immer, wo die Texte sind, wenn ich sie mal wieder an Hinz und Kunz schicken will. Im Rechner muss ich immer so lange suchen…

Advertisements

Frontberichterstattung

Auch Frontberichte hat es hier lange nicht gegeben, also wird es mal wieder Zeit. La Madeleine liegt weiterhin auf Eis – es hat sich doch tatsächlich ein viel lohnenderes Ziel ergeben. Der heiligen Kirche, der nicht minder heiligen Psychologie und dem mittlerweile überhand nehmenden Schmierenkomödiantentum mit Doktortitel gleichzeitig ans Bein pinkeln zu können, das war einfach viel zu verlockend. Ich fürchte, mein Anwalt wird den Tag verfluchen, an dem er mich getroffen hat. Oder mich zwangseinweisen lassen, um mich vor mir selbst zu schützen. 🙂 Das hat schon irgendwie was selbstzerstörerisches. Wobei ich ja doch eher Größenwahn diagnostizieren würde.

Den Lang-lang-ist’s-her-Beitrag haben wir nicht nur an den Verlag geschickt, der das unsägliche Propagandamachwerk herausgegeben hat. Der Text ist sowohl an die Antipsychiatriebewegung, Stern, Focus, TAZ, FAZ, Titanic, Magazin, Eulenspiegel gegangen – man gönnt sich ja sonst nichts. Mal sehen, wer reagiert. Derselbe sowie Auszüge des folgenden sind außerdem an die Sklaven-Verwaltungsgesellschaft in Köln gegangen, die diesen hochwohlgeborenen Herrn in Lohn und Brot hat. Da ja über Ostern niemand von den Obrigkeiten im Hause sein dürfte – man muss ja den jüdischen Hexer zünftig hochleben lassen – hat das Pamphlet hoffentlich Zeit, sich fröhlich zu vervielfältigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der hochnäsige Herr nicht den einen oder anderen Untergebenen hat, der sich diebisch über diese Ohrfeigen freut.

Passend zum Thema:

Die Katholiban heute.

Missbrauch, Missbrauch über alles…

Die Herrschaften müssen sich nicht wundern, wenn Mensch da ab und zu ein bisschen austickt. Es macht es auch nicht besser, wenn die oberste Heerführung sich in Schweigen hüllt und den unheiligen Krieg ihren seit 2000 Jahren auf das systematischste konditionierten Schäfchen überlässt. Leider ist das Schafsfell nur Tarnung, wie man unschwer an der geifernden Verbal-Hysterie erkennen kann. Dagegen mutet die Wut der Systemkritiker ja wie ein laues Lüftchen an.

Um ein bedauerliches Missverständnis zu klären: die Verbal-Hysterie bezieht sich auf die im obigen Beitrag zitierten, in ihrem religösen Eifer gekränkten Herdentiere – und selbstverständlich nicht auf den Verfasser der Beiträge.

Liebe Magdalena

ich bastele grad weiter an dem Buch, das ist ja eine Sauarbeit, die ganzen Sachen zu kopieren – außerdem lese ich andauernd. Das ist so spannend, das heute mit Abstand zu betrachten.

Das hab ich gerade gefunden, das muss ich mal kommentieren*:

Und jetzt muss ich wirklich mal meinen Tamás verteidigen. Du hast ja vollkommen recht mit deinen Worten, aber Tamás hat wirklich, wirklich absolut gar nichts mit Warrington zu tun. Das war eine Wendung in der Geschichte, die er selbst nicht vorhergesehen hat. Er ist am nächsten Tag wirklich wieder in das Gefängnis spaziert und ich glaube, da ist ihm ganz schön die Kinnlade heruntergefallen. An Warrington ist er nicht schuld. Er will Eiran schließlich selbst zerstören, da braucht er niemand anderen zu. Eiran ist der Erste seit langer Zeit, an dem Tamás sich die Finger schmutzig machen möchte. Sonst schickt er immer seine Helfer vor, das stimmt schon, aber um Eiran will er sich selbst kümmern. Und so ein Kaliber wie Warrington ist er wirklich nicht. Und diese Menschen benutzt er auch nicht für seine Ziele, ganz so tief ist mein Lieber nicht gesunken.

Tja, das denkst du. Und deshalb schreibst du es auch so. Aber ich denke ganz was anderes, bei mir würde das auch durchschimmern, selbst wenn ich Tamás genau dasselbe machen lassen würde.

Tamás hat sogar sehr viel mit dem Auftauchen von Warrington zu tun. Tamás hat Kraft – Lebenskraft, es ist völlig Banane, dass er tot ist, dass Vampire tot sind, ist eine Lüge, das ist nur Tarnung. Und Lebenskraft ist auch magische Kraft, und das bedeutet, die haben die alle drei. Aber bei dir ist sich dessen keiner so richtig bewusst, nur Tamás ein bisschen – er ist sehr viel mehr Katze, als dir bewusst ist. Er denkt nicht darüber nach, was er ist und was er tut – er tut es einfach. Aber ein Vampir, der nicht weiß, dass er magische Fähigkeiten hat? Was ist das denn?

Und er startet deshalb so sehr auf Eiran ab, weil der noch mehr Kraft hat als er selbst. Wenn Eiran wüsste, was er tut, dann hätte Tamás gar keine Chance. Und Warrington hat nur gestohlene Kraft, wie Tamás ja auch. Der ernährt sich von der Furcht und dem Schmerz anderer. Daraus bezieht er seine Energie. Tamás macht das direkter, wie alle Vampire, der saugt gleich das Leben aus. Letzten Endes ist das aber dasselbe, Tamás‘ Art ist nur perfider – zuerst gibt er Eiran ja Kraft, scheinbar zumindest. Aber das ist nur eine Illusion – was er ihm gibt, das ist Bewusstsein, durch den unerwarteten Biss und den Schmerz macht er ihn wacher, als er es jemals war. Er lässt ihn seine eigene Kraft spüren – das ist überhaupt nicht Tamás‘ Kraft, Tamás hat keine Kraft, nicht mal einen Körper, das ist nur Illusion, der besteht in Wahrheit nur noch aus Bewusstsein. Nur Lebende haben einen Körper, das kannst du mir getrost glauben. Wer was anderes behauptet, lügt.

Auch wenn das alles noch gar nicht so richtig raus ist bei deiner Story, ich weiß jetzt schon, dass er kein Stück besser ist als Warrington, er ist der perfekte Spiegel für ihn. Er ist die Kehrseite der Medaille. Und wenn Warrington 400 Jahre Langeweile hätte, dann würde der irgendwann auch mal sowas wie Geschmack entwickeln. Aber in Wahrheit ist Tamás genauso ein eitler Fatzke wie Warrington, das ist alles nur ein bisschen ausgefeilter. Warrington benimmt sich wie ein Tamás in Windeln. Nein, er ist Tamás – als Kleinkind. Und Mutti ist ziemlich geschmacklos…

Und ich weiß, dass dir das gar nicht gefällt, du magst ihn ja irgendwie. Aber wenn du das tust, musst du auch Warrington akzeptieren, das ist die reale Seite von Tamás. Wenn Eiran das tun soll, was du ihm zugedacht hast – nämlich im vollen Bewusstsein dessen, was Tamás ist, ihm folgen – dann aber auch richtig. Das ist das, was er verbirgt, das, was er nicht zeigt – das Monster, das du immer nicht sehen willst. Alle drei – auch Fionnlagh gehört ja dazu – sind Seiten von Eiran selbst, er könnte all das sein. Fionnlagh ist er schon fast, er muss nur noch wachsen, klüger, reifer werden. Und Tamás ist der Teufel, der ihn versucht, der Verführer, der ihn auf die dunkle Seite ziehen will. Aber sein wahres Gesicht, das, was er in der Realität ist, das ist nun mal Warrington. Aber von allen vieren ist Eiran trotzdem der Stärkste, er ist das Zentrum, um das sich alles dreht. Er ist der Einzige, der lebt, der Einzige, der keine Illusion ist. Fionnlagh ist nämlich ein Besucher aus der Zukunft… 😉

So sieht das (Kräfte)verhältnis bei mir aus. Und deshalb ist es so, dass das als Nächstes geschieht, was derjenige von den Beteiligten will, der den stärksten – und fokussiertesten – Willen hat. Dem am meisten bewusst ist, was er will. Das ist anfangs ganz klar Tamás. Dummerweise weiß er aber gar nicht, was er will. Er will Eiran selbst zerstören? Unsinn, in Wahrheit liebt er Eiran, er bewundert ihn, er beneidet ihn, er will ihn um gar keinen Preis zerstören, damit zerstört er sich selbst, jedwede Hoffnung – es ist Hoffnung, die dem ganzen Vampirprinzip zugrunde liegt, die wollen eigentlich Leben. Aber da Vampirismus am Ende immer auf Selbstzerstörung hinausläuft – die wollen ja immer auch sterben, das ist alles völlig widernatürlich, die sind des toten Lebens auf Kosten anderer sowas von überdrüssig, die wollen sterben, und das übertragen sie dann auf andere -, will Tamás, dass Eiran zerstört wird.

Da es aber gelogen ist, dass er das selbst tun will, muss jemand anderes das tun: Warrington. Der tut mit Eiran ganz real das, was Tamás mit ihm irreal tut: er vergewaltigt ihn, um ihm Angst zu machen, um ihm Schmerzen zuzufügen – um ihn zu schwächen, damit er sich nicht befreien kann. Ein lebendes Kaltes Buffet. Warrington ist ganz genau wie Tamás, das ist seine andere Seite, die reale Seite von Tamás. So sieht er in dieser Welt aus – gar nicht gut. Faszinierend und reizvoll ist das nur so lange, wie man nicht sieht, was er tut. Oder besser, sehen kann man das, das tust du ja auch. Aber du fühlst es nicht wirklich, du verschließt dich vor dem Schmerz. Ich nicht. Und Eiran auch nicht. Der erträgt den stellvertretend für dich. Jaja, meine Liebe, hab ich dich wieder ertappt…

Es gibt ja nun jede Menge Vampire, die in der Realität ihr Unwesen treiben, nur dass die niemand als solche erkennt und niemand sieht, was sie tun. Aber meine Physiotherapeutin, die weiß das auch. Die hat mir da Beispiele erzählt von Leuten, die Energie saugen. Und sie sagt, die Schlimmsten sind die, die nicht wissen, was sie tun, denen das gar nicht bewusst ist. Von einer alten Omi hat sie erzählt, eine kleine, schmächtige Person. Nach der Behandlung war sie – die Therapeutin natürlich, und die hat eine Menge Kraft – total platt. Ich meinte bloß: klar, Vampir. Und sie hat überhaupt nicht gezuckt und rumgewundert – natürlich ist ihr auch klar, dass das Vampire sind.

Die übelste, die ich kenne, ist die Oberpsychologin meiner alten Firma. Als ich das erste Mal bei der war, war ich da drin die ganze Zeit ganz verspannt und irgendwie hart – und innerlich, emotional total zu. Die hat mir dann zwei Stunden irgendwas über meine Azubis erzählt. Als ich die Tür hinter mir zugemacht hab, war das erste, was mir durch den Kopf schoss: Scheiße, ein Vampir. Und damals hab ich überhaupt noch nicht in diesen Begriffen gedacht, nicht in der Realität. Aber ich war völlig erschöpft nach dem Gespräch. Und das ging mir jedesmal so, die saugt wirklich Energie ab, jedesmal, wenn die mit jemandem spricht. Und die macht jeden fertig, der ihr da den dicken Daumen zeigt – mein schizophrener Azubi zum Beispiel. Den hat sie zwangseingewiesen. Damit konnte sie mir auch gleich noch einen reinwürgen, die wusste genau, dass mich das zutiefst treffen würde, wenn die den ein halbes Jahr vor der Prüfung wegsperrt. Tja, eine ganz nette Frau. Und die wird von ganz vielen wirklich aufrichtig gehasst, sowohl von Azubis als auch Ausbildern – was ihr aber Spaß zu machen scheint. Andererseits ist sie aber auch andauernd krank, vermutlich gibt es zu viele, die ihr Paroli bieten – und dann wird sie krank, wenn sie nicht saugen kann.

Ja, und so tief ist dein Tamás wirklich nicht gesunken, der weiß auch nicht, was er tut. Diese andere Untote aber schon, die weiß das ganz genau, davon bin ich überzeugt. Das ist eine von den ganz üblen – und die suchen sich natürlich mit Vorliebe den Psychologenberuf aus, das passt perfekt. Und niemand kann ihnen was, schlimmstenfalls müssen die selbst in Therapie – das machen die mit links, die saugen den Therapeuten einfach aus und spielen fröhlich mit ihm Katz und Maus. Genau wie Tamás. Die, die wissen, was sie tun, sind in dem Job vollkommen unangreifbar.

So, zwischendurch hatte ich schon längst weitergelesen…

Au weia, ich bin so egoistisch. Das ist nicht mehr schön. Was mir immer wieder auffällt ist, dass mich die meiste Zeit die Realität so gar nicht interessiert. Nur meine Innenwelten. Andauernd ignoriere ich, wenn du mir irgendwas aus der Realität erzählst. Besonders wenn es aus deiner ist. Es tut mir leid…
Entschuldigend kann ich da nur sagen, dass ich natürlich immer wieder große Schwierigkeiten damit hab. Und dass mich die Realitäten von anderen manchmal zutiefst ängstigen, die sind so scheiße. Das hat mit dir nichts zu tun, da übertrage ich das bloß, mit deinem Universum kann ich sehr gut leben, das ist bei mir gleich um die Ecke.

Im Grunde stecke ich die ganze Zeit schon in der Krise. Ich habe dich gebraucht, und du bist im Forum aufgetaucht, so einfach ist das. Und ich habe dich natürlich die ganze Zeit missbraucht, als Therapeutin. Ich hab dir das ja schon ein paarmal gesagt, und natürlich hab ich da ein total schlechtes Gewissen, weil ich dich nicht gefragt hab – ich hab das einfach gemacht. Und natürlich weiß ich, dass du meinen Verführungskünsten nichts entgegenzusetzen hast – genausowenig wie Eiran Tamás, kein Wunder, dass du immer diese Assoziation hast.

Aber ich hab ja am Anfang auch so vieles noch gar nicht gewusst. Ich bin beim Lesen gerade da, wo ich dem Oberteufel auf die Schliche gekommen bin – und es ist total witzig, wie das alles funktioniert. Ich schreibe da Sachen, die schon ganz klar sagen, was los ist. Aber wirklich klar war mir das zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht, ich konnte das emotional noch gar nicht an mich ranlassen. Das kam erst viel, viel später, jetzt erst. Und es kommt immer häppchenweise, immer so viel, wie ich gerade so verkraften kann. Und jedesmal denke ich – und bin davon felsenfest überzeugt – das ist jetzt alles, mehr kann unmöglich noch kommen…

Und mir geht gerade durch den Kopf, wie obererbärmlich ich das finde, was die holde Psychologie dazu vom Stapel lässt. Das ist sowas von minderbemittelt und krank und verlogen, das spottet aus meiner Sicht wirklich jeder Beschreibung. Aber wenn man mal in Betracht zieht, dass die Chefpsychologin des größten Berufsbildungswerkes der Bundesrepublik – eine kirchliche Einrichtung, wohlbemerkt – ein waschechter Vampir ist, und dass der Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses Köln, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie keinen schlechten Warrington abgibt, nur dass er sein Gesicht hinter einer Komödiantenmaske verbirgt…
„Willkommen bei der Alexianer Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH“ – ach, nix von wegen Krankenhaus, DAS ist also das wahre Gesicht, eine Verwaltungsgesellschaft. Sowas aber auch.

„Die Alexianer Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH vereint Angebote und Dienstleitungen im Gesundheitswesen an den Standorten  Aachen, Hörstel, Kraiburg, Krefeld, Köln, Münster und im Landkreis Diepholz.“ – Ja, ein ganzer Großkonzern. Und das ist garantiert überall dasselbe Spiel, so wie bei meinem alten Arbeitgeber, das ist genau dasselbe, nur evangelisch. Auch ein Riesengebilde aus irgendwelchen gemeinnützigen Tochtergesellschaften. Gemeinnützig zockt ja dann schön staatliche Förderungen ab.

„Das Rückgrat des Handelns bildet die Alexianer-Brüdergemeinschaft, ein traditionsreicher katholischer Krankenpflegeorden.“ Ach so, Brüder sind das. Ganz warmherzige, vermute ich mal. Und natürlich eine eingeschworene Gemeinschaft, das sind die immer, die halten zusammen, was das Zeug hält.

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Die Katholen sind die Scheinheiligen, die Evangelen werden von Vampiren beherrscht. Und ich finde das irgendwie sehr einleuchtend – wenn ich mal so den Blick schweifen lasse, könnte das durchaus immer, zumindest sehr oft, zutreffen. Und wenn die Kirche nicht der größte Verbrecher(geheim)bund aller Zeiten ist, dann weiß ich gar nichts. Und die haben Krankenhäuser unter ihrer Fuchtel, Schulen, Ausbildungsstätten, Altenpflege – alles, wo man wunderbar Menschen abzocken, manipulieren und missbrauchen kann. Menschen, die in Not sind, die Halt suchen, die Hilfe brauchen und die dort in der Opferrolle ausgebildet werden, damit dann später andere von der Sorte es leichter haben, sie weiterhin zu manipulieren und zu versklaven – ein Fest für üble Kreaturen. Und Kirchens sind die ersten, die sofort schreien: was, (sexueller) Missbrauch? Aber bei uns doch nicht – O-Ton mein alter Arbeitgeber. Dass die Internatserzieher ohne anzuklopfen bis in die Dusche gelatscht kommen, um eine(m) Transvestiten bei der Körperpflege zuzugucken, ist natürlich vollkommen harmlos. Und das ist keineswegs ein Einzelfall.

Überhaupt ist Missbrauch ein völliges Tabuthema in den kirchlichen Einrichtungen… Und dann bekommst du als Mitarbeiter scheinheiligerweise Informationsbroschüren ausgehändigt, wo drinsteht, dass es in solchen Einrichtungen, besonders denen, wo es eine Vollzeitunterbringung gibt, in ich glaub über 40% der Fälle sexuellen Missbrauch gibt. Nachgewiesenermaßen, das war erschreckend. Und die Dunkelziffer ist grantiert noch viel höher – unsere Einrichtung war da zum Beispiel nicht dabei. Aber bei Kirchens werden die Mitarbeiter ja dermaßen verheizt, um nicht zu sagen missbraucht, dass sie unter einem solchen Arbeits- und psychischen Druck stehen, dass man entweder solche Broschüren gar nicht liest oder nur kurz überfliegt und beiseitelegt – man hat ja gar keine Zeit dafür. Und selbst wenn man sich die nimmt – man hat selbst dort mit so viel Scheiße zu kämpfen, dass man gar nicht mehr die Kraft hat, sich auch noch mit der Scheiße von anderen auseinanderzusetzen. Zumal jeder, der den Mund aufmacht und das ausspricht, sofort von allen plattgemacht wird – die Kollegen wollen das auch nicht hören.

Nein, es gibt ja da einen in der Abteilung, der auch alles angrapscht, was das Opfer-Etikett auf der Stirn hat, inclusive meiner Person. Oh, was würde das für böses Blut in der Abteilung geben… Und man würde anfangen, jedem auf die Finger zu gucken – und das will natürlich keiner. Weil ja alle weggeschaut haben. Weil viele indirekt beteiligt sind. Niemand wollte das sehen, und die eine Azubine, die sich beschwert hat, wurde als Lügnerin abgestempelt. Natürlich nicht offen – ihr wurde nur nicht geglaubt, das ist ja ganz einfach, das hab ich genauso erlebt. Und zwar, als ich in einer Versammlung das böse Wort gesagt hab: Mobbing. Hach, was war das für ein Aufschrei. Zwei hielten sich raus, der Rest krakeelte. Und am lautesten natürlich die, die sich zu Recht getroffen fühlten. Und niemand wollte mir auch nur ein Wort glauben – was für ein Zufall. So einfach schickt man Leute in die Isolation…

Die Azubine wurde zuerst in ihrer Gruppe gemobbt – sie war Jüdin, und da gab es zwei Nazis, allerdings war das nicht so offensichtlich. Als sie massiv wurde (das war bezeichnenderweise kurz nachdem ich die Klasse übernommen hatte, als niemand mehr da war, der ihr – passiv, versteht sich – den Mund verboten hat), ging man den Weg des geringsten Widerstandes – sie wollte weg von den Typen, in eine andere Gruppe, und sie kam weg, von heut auf morgen. Ich sollte dann das „Gruppenproblem“ klären – ich war völlig überfordert, ich war noch ganz neu, ich konnte das noch gar nicht beurteilen. Außerdem: wozu, zum Teufel, gibt es da einen psychologischen Dienst? Aber die Obervampirin hat natürlich besseres zu tun als ihre Arbeit.

Und die andere Ausbilderin stöhnte lautstark, dass meine Gruppe ja so klein und ihre so groß war. Klar, meine schrumpfte zusammen, weil ich da plötzlich frischen Wind reinbrachte – damit kamen die so gar nicht klar, denen fiel plötzlich ein, dass das nicht der Job war, den sie machen wollten – bei mir mussten die was tun und wurden nicht bloß beschäftigungstherapiert.

Der Lehrer, bei dem die meisten Angriffe stattgefunden hatten, wurde überhaupt nicht befragt – Schule ist nicht Ausbildung, die ruhen sich da fröhlich aus, das dürfen die Ausbilder ausbaden. Ich konnte die Version des Mädchens nicht bestätigen, andere wollten das nicht, bei den Azubis war sie nicht sehr beliebt, der Lehrer hätte auch nichts gesagt – der hat das ja geduldet… Ich konnte im Nachhinein auch nichts mehr bezeugen – klar waren das Nazis, aber ich war nie Zeuge von Angriffen, das Mädchen war ja weg.

Und dann kam das mit der Angrapscherei. Aber das hat ihr dann erst recht keiner geglaubt, die macht sich ja sowieso nur wichtig… Und danach wurde darüber kein Wort mehr verloren. Und ich bin sicher, sowas ist dort schon unzählige Male passiert – es redet nur keiner darüber, das wird von allen kollektiv vertuscht.

Das ist dasselbe wie mit der Schwesternschülerin bei Lütz: Niemand sagt was dagegen, obwohl sicher viele dachten, ist der eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Eine Schülerin, hat der sie noch alle? Ich weiß sehr wohl, dass bei der geschilderten Manikerin unter normalen Umständen die Gefahr, dass da was passiert, nicht so sehr groß ist, die war ja nun eine von der lustigen Sorte. Bei Lütz gibt es nur Irre von der lustigen Sorte, die weniger lustige Kehrseite der Medaille verschweigt er ja tunlichst, die verharmlost er – fröhlich und systematisch. Aber… die Dame hatte da gerade eine ganze Kompanie aufgemischt, und die war aufgepowert ohne Ende. Und die ganze Kompanie hatte Schiss vor der. Und Verrückte sind ungemein suggestiv, da besteht immer die Gefahr, dass die Stimmung von einer Sekunde auf die andere umschlägt. 500 bis an die Zähne bewaffnete harte Jungs von der Bundeswehr gegen eine etwas zu lustige Frau – stell dir mal vor, wie die austickt, wenn der das bewusst wird.

Und dann schickt der eine kleine zarte Schwesternschülerin. Die muss sehr hart gesotten gewesen sein – oder sie hatte schlicht unglaubliches Glück. Denn eine Verrückte folgt dir nur dann treu und brav, wenn sie eigentlich gerade sehr viel Spaß hat, wenn du ihr zeigst, dass du 1. ihr nichts tun willst, dass du 2. überhaupt keine Angst vor ihr hast – und 3. eindeutig den stärkeren Willen. Das alles musst du ihr klarmachen, und zwar mit Hilfe von Körpersprache – was du laberst, glauben die keine Sekunde.

1. ist schwierig, denn es hätte ja sein können, dass die Rückverbringung in die Klinik so gar nicht in ihr Konzept eines vergnüglichen Tages passte. 2. ist auch nicht so einfach, wenn die Dame einen entscheidenden Gewichtsvorteil hat. Bleibt nur noch 3., und diese Schülerin muss eindeutig sehr viel mehr Mumm gehabt haben als ihr Chef.

Und das alles mutet dieser Wahnsinnige einer Schülerin zu. Das ist definitiv mindestens grobfahrlässig – ich finde es menschenverachtend. Das ist Machtmissbrauch vom Allerschlimmsten. Und von seinem – kirchlichen, was für ein Zufall – Arbeitgeber werden solche Machenschaften natürlich geduldet. Die sind so krank, die denken sich nicht mal was dabei, die lassen zu, dass dieser Irre sich damit auch noch in einem Buch brüstet.

Ich hab ja noch eine ganz andere Version von der Geschichte: Was, wenn der gute Herr Dr. Chefarzt Lütz ein ganz mieser Warrington ist? Wenn er da ein ganz oberübles Spielchen gespielt hat? Er selbst schreibt, dass die ganze Situation… nein, natürlich nicht sein Fehler, seiner Darstellung zufolge waren das alle, sie alle haben sich nichts dabei gedacht – nö, er hat das Denken ja nun wahrlich nicht erfunden. Und das macht er dauernd, er versteckt sich immer hinter allen, hinter Hinz und Kunz. Aber es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die Entscheidung, die dieser Manikerin diese Flucht überhaupt erst ermöglicht hat, auf seinem höchsteigenen Mist gewachsen ist. Zumindest hat er als Chef das Ganze in jedem Falle zu verantworten. Und weil er wie alle diese Typen so abgrundtief feige ist, schickt er dann die Kleinste und Schwächste, die, die sich ja nun ganz sicher nicht traut, ihm, dem großen Herrn Chefarzt, zu widersprechen – um die Scheiße auszulöffeln, die er allen eingebrockt hat. Und dass die anderen Anwesenden dazu was sagen? Die Gefahr ist gering, die macht er ja alle zu Mitwissern. Mitschuldigen. Das ist doch ein sehr cleverer und sehr perfider Plan. Und dann weihen wir auch noch die ganze Bundesrepublik mit ein, ist das nicht lustig? Wer soll ihn da noch zur Verantwortung ziehen? Wir sind ja plötzlich alle Mitwisser, machen uns alle der kollektiven Blindheit – nein, Feigheit mitschuldig. Wirklich, toller Plan.

Woher kenne ich das bloß? Wir hatten auch eine Chefin, die jahrelang die ganze Abteilung drangsaliert und tyrannisiert hat, alle haben vor der gezittert. „Ich bitte Sie und weise an“, die war das… Aber das war so krass – und die Signale, die die Geschäftsführung sendet, sind so klar und deutlich, dass niemand was tut. Weil alle wissen: es hat keinen Sinn, du wirst auf das Härteste bestraft, die haben Mittel und Wege, und am Ende wirst du sowieso mundtot gemacht. Alle wussten das. Es ist etliche Male passiert, da wurden Leute zwangsversetzt und -degradiert und in den Ruhestand gemobbt. Und wer sich nur ein bisschen gewehrt hat, der wurde dann bei Problemen eben nur total hängengelassen – und Probleme gibt es jede Menge in so einer Einrichtung, die verursachen durch ihre grenzenlose Bosheit und Borniertheit ja andauernd welche. Die steckten mir mit Vorliebe Azubis zusammen in eine Gruppe, von der sowohl die, die die Gruppen zusammengestellt hat – das war übrigens die, die mich am schärfsten gemobbt hat -, als auch die Obervampirin wussten, dass die total polarisieren werden. Eine Schizophrene im akuten Schub – schon das allein ist völlig verantwortungslos, und Mrs. Vampir hat mir die als Essstörung mit familiären Problemen verkauft…

Und als ich dann bei Frau Chefpsychologin war – die für meine Gruppe auch noch zuständig war – weil die Situation natürlich nach wenigen Monaten völlig eskaliert ist? Ganz klar unterlassene Hilfeleistung, die hat mir jede Hilfe verweigert. Ob ich nicht in der Lage wäre, mit dem Mädchen zu reden? Mit drohendem Unterton, die weiß genau, wie man mich kriegt. Eine Drohung versteckt hinter etwas, das mich beim Ehrgeiz packt – und das andere sicher so verstehen, dass sie ihre Arbeit nicht anständig machen -, das kenne ich nur zu gut von früher. Und im Hinterkopf das Wissen, dass man gegen den Riesenscheißhaufen sowieso nicht anstinken kann. Ich hab mich über sie bei der Tyrannin beschwert – was dabei rausgekommen ist, hab ich nie erfahren, das versandete hinter den Cheftüren.

Am Ende bin ich zweimal zwangsversetzt worden, und zwar dahin, wo ich so gar nicht klarkomme, in den „Kindergarten“. Was bei einigen Kollegen als unter ihrer Würde betrachtet wird – und was bei mir definitiv über meine Kräfte geht, ich kann Leuten nicht die Nase putzen, für die an ihre diversen Pillen denken, ihnen allen Ernstes zeigen, wie man ein Blatt Papier in der Mitte durchschneidet – Azubis, nur zur Erinnerung… -, ständig aufpassen, dass die sich mit dem Cuttermesser nicht die Pulsadern aufschneiden, denen nach Anfällen trockene Schlüpfer be- und die vollgepissten entsorgen – sowas ist nun echt nicht mein Job. Ist es da aber, es gibt niemanden, der dafür zuständig ist.

Als ich dann mit den Nerven ganz am Ende war, wurde mir dann von der lieben Kollegin, die mich loswerden wollte, ein Jobangebot unter die Nase gerieben. Gekündigt wird da keiner, die haben andere Methoden. Und das fängt ganz oben an und zieht sich bis ganz unten durch. In der Abteilung war rein zufällig ein Ausbilder zuviel, und rein zufällig war ich fachlich am besten qualifiziert. Und rein zufällig waren die drei anderen Ausbilder für die Fachrichtung diejenigen, die gemobbt haben – und der Chef machte rein zufällig die Augen zu, weil wir uns ja alle so lieb haben. Und ein Narr, wer Böses dabei denkt.

Und der Herr Chefarzt Dr. Lück? Typen wie der haben das Recht und die heilige Pflicht – dass diese pöhsen Normalen das so wollen, das prangert er ja selbst in seinem „Enthüllungsroman“ an – Typen wie mich hinter den Gittern der Geschlossenen verschwinden zu lassen. Und ja, ich fühle mich verdammt bedroht, wenn ich sowas lese. Ich weiß leider nur zu genau, wie das abläuft – mein Ex-Azubi hat mir das erzählt. Und noch viele andere, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe. Drei Tage wird man mehr oder weniger ins Wachkoma gespritzt — man kriegt zwar noch mit, dass man entmündigt wird, was im Klartext heißt, dass man diese Menschen vollständig ihrer Bürgerrechte beraubt -, ist aber nicht mehr in der Lage, auch nur einen Satz geradeaus zu sprechen. Und empfindet das natürlich als hochgradig demütigend. Und ist auch dementsprechend wütend – was dann mit Fixierung bestraft wird, wenn man auch nur abwehrend einen Finger rührt. Damit alle Beteiligten gleich von Anfang an wissen, wie hier der Hase läuft.

So läuft das nun mal gerne, wo so viel Macht auf einem Haufen ist. Und gerade die Psychologen wissen doch, wie man sowas macht, die haben das ja schließlich gelernt. Und die allermeisten trauen sich niemals, sich mit denen anzulegen, weil sie von „sowas“ ja keine Ahnung haben, weil ihnen das alles unheimlich ist. Klar, ist ja auch Schwarze Magie, das war schon immer allen unheimlich, die nichts davon verstehen. Und warum Kirchens damals die Hexen verbrannt haben, ist schon klar – die wollten keine – erleuchtete – Konkurrenz bei ihren finsteren Machenschaften.

Natürlich kann man das böse Wort auch ganz weglassen, dann ist das alles eben nur ganz triviale Psychologie. Aber was glauben diese Muggel denn, was Magie ist? Nicht viel mehr als Psychologie. Allerdings von der fortgeschrittenen Sorte, ich kann ja nun eindeutig besser analysieren als die…

Und noch ein prima Link zum Thema Missbrauch, Kirche und Politik: Runder Tisch aus der Frankfurter Rundschau

* Dieser Kommentar bezieht sich auf die Kurzgeschichte „Ewigkeit“, die, wenn sie irgendwann mal fertig ist, über diesen Blog käuflich zu erwerben sein wird. Tamás ist, wie unschwer zu erraten sein dürfte, ein Vampir.

Und nein, Magdalena schwimmt nicht auf der Kommerzwelle – die weiß, was sie tut.

Lang, lang ist’s her…

… dass sich hier etwas ereignet hat. Das liegt unter anderem daran, dass alles, was sich in letzter Zeit ereignet hat, definitiv nicht öffentlichkeitstauglich ist. Und ansonsten sehr kräftezehrend war. Langsam normalisiert sich die allgemeine Großwetterlage aber wieder, also wird es – und wenn es nur ab und zu ist – hier wieder Futter geben.

Fangen wir erstmal ganz harmlos an: ein Buch. Pisa lernt lesen oder so.

Manchmal nehmen Bücher ja ganz seltsame Wege, und dieser war besonders lustig. Ich habe es von einer Frau, die wohl der Meinung war, ich würde dieses Buch dringend benötigen. Wir haben seit Jahren eine ziemlich seltsame Beziehung, die man in einem Satz so umreißen kann: sie hat mich als Ersatztochter adoptiert, nachdem sich ihre eigene in ihrem Haus erhängt hat. Ansonsten gehe ich bei ihr Reiten.

Nun gibt es da eine Tendenz, die schon immer da war, die aber in letzter Zeit dermaßen schlimm geworden ist, dass ich leider ihre schützenden Arme fluchtartig verlassen muss. Um das zu verhindern, drängt sie mir Bücher auf, borgt sich Filme von mir, verborgt diese dann wieder, ohne mich zu fragen – alles nur, damit ich gezwungen bin, wiederzukommen. Besagtes Buch hat sie von einer ihrer anderen Reitschülerinnen geschenkt bekommen, die sich wohl auch Sorgen macht. Mittlerweile ist sie nämlich vor allem auf der Flucht – Rasenmähern, Heckenscheren, Menschen mit Hunden, Menschen mit Autos, bösen Menschen überhaupt, Kühen, anderen Pferden, und ganz schlimm: andere Reiter. Vielleicht denkt sie, die nehmen mich gleich mit… Natürlich projiziert sie diese Ängste auf andere, Schuld sind immer nur die anderen: die Pferde, ich, alle sind ängstlich, nur sie nicht. Dass ich so übermäßig ängstlich bin, war mir noch gar nicht aufgefallen. Aber man kann sich ja täuschen. Oder sich auch täuschen lassen, es gibt Leute, die können das gut.

Beim letzten Mal habe ich es tatsächlich gewagt, mein Pferd selbst zu satteln – sie hat fast einen Ohnmachtsanfall geprobt. Weil das Pferd es nicht leiden kann, wenn man den Sattelgurt festzieht. Genau wie jedes Pferd, das mögen die alle nicht besonders, wenn man ihnen mit mehr oder weniger Gewalt den Bauch zusammenschnürt. Aber weil die Gute dann ab und zu mal so tut, als wolle sie mich beißen – was sie nicht wirklich macht, aber man kann ja mal damit drohen, oder? – ist sie meist schon gesattelt, wenn ich komme. Wir reiten auch schon lange nicht mehr, wir gehen spazieren, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie mich am liebsten an die Hand nehmen will. Die Frage ist nur: wer soll da eigentlich wen führen?

Dieses Buch also hat sie geschenkt bekommen, gelesen – und musste es sofort wieder loswerden. Sie hat es dann Leuten geschenkt, von denen sie weiß, dass die das sowieso nie lesen werden. Denselben Leuten hat sie auch meinen Film geborgt – in dem Wissen, dass die den sowieso nie gucken werden. Einen Film mit dem Titel: „Eine bittere Wahrheit“ würden die sich niemals ansehen. Sie schon, sie sieht sich das an – und wird es dann ganz schnell wieder los. So schnell es nur irgend geht, und am besten an Leute, die diese Wahrheit in der untersten Schublade verstecken. Als sie mich dann gesehen hat, fiel ihr die Schublade offenbar wieder ein – und sie war der Meinung, ich müsse das unbedingt lesen, mir würde das gefallen.

Nun, komischerweise hat sie in letzter Zeit einen sehr merkwürdigen Geschmack entwickelt. Sie liest, wie die meisten alten Ossis, regelmäßig und ziemlich anspruchsvolle Sachen. Über ein Thema dürfen wir aber partout nicht reden, und das ist die DDR. Sie will darüber nichts negatives hören, während meine letzte Lektüre dahingehend ein Buch über Torgau war – starker Tobak, meine Herren. Deswegen haben wir uns natürlich prompt in die Wolle gekriegt, das ist ihr zuviel. Das ist ja alles gar nicht wahr, das ist feindliche Propaganda. Naja, das kann sie ja dann bei Gelegenheit mal den Kindern erzählen, die dort waren. Leider wird sie solche Gelegenheiten wie die Pest meiden.

Aber ansonsten ist sie eigentlich recht kritisch, und ich war schon etwas erstaunt, als sie mir plötzlich von… Mario Barth vorschwärmte. Ich dachte, ich fall vom Glauben ab. Dieser primitive Schlammschlachter? Das ist doch wohl nicht ihr Ernst? Am nächsten Wochenende war er das auch nicht mehr, da war Herr Barth plötzlich wieder das, was er nun mal ist: ein lächerlicher Gernegroß. Nun war es plötzlich Herr von und zu Hirschhausen, der sie begeisterte. Und von dessen geistigen Ergüssen sie mir auch gleich ein paar Kostproben gab. Nun ja, immerhin weiß ich nun, dass ich mir diesen Platzhirsch so gar nicht antun muss. Was für eine gequirlte Scheiße. Warum müssen die eigentlich alle ihren Senf zu Dingen ablassen, von denen sie so gar nichts verstehen? Kennen die das alte Sprichwort nicht: Schuster, bleib bei deinen Leisten? Wenn ein offensichtlich sehr praktisch, um nicht zu sagen phantasielos ausgerichteter Onkel Doktor plötzlich anfängt, sich mit Dingen zu befassen, die was mit Psychologie zu tun haben, wovon er – ebenfalls sehr offensichtlich – nun so gar nichts versteht, dann wird es unfreiwillig komisch. Zumindest für die, die davon was verstehen. Herr Hirschhausen findet sich natürlich unwiderstehlich. Das sieht man schon an seiner Kleiderordnung – einen schönen Menschen entstellt nichts. Und warum er mit dem Müll so viel Publikum begeistert, erklärt nun Herr Dr. Lütz…

Und um mit Herrn Lütz, der ja so gern kategorisiert, zu sprechen: die Kleiderordnung des Herrn von und zu würde ich doch glatt mal als normal blödsinnig bezeichnen. Eindeutig. Man beachte bloß mal diese Krawatten, Herr Bohlen muss doch entzückt sein. Und manche machen sich nun mal so gut lächerlich, wie sie nur können. Gibt ja schließlich gutes Geld dafür. Herrn Dr. Lütz‘ An- und Aufzug würde ich allerdings als wahnsinnig normal einstufen. Ja, doch, so sieht er aus. Zumindest habe ich diesen Eindruck – aber das kann ja täuschen. Doch hellblaues Hemdchen, beigefarbener Anzug und Paisleykrawatte – wenn das nicht Muttis Liebling ist, dann hab ich irgendwas grandios  falsch verstanden.

Was lange währt wird gut, wir sind endlich da, wo wir hinwollen: das Buch. „IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.“ Herr Manfred Lütz lässt natürlich keinen Zweifel daran, dass er weder normal noch irre ist – er ist ja schließlich Irrenarzt, er darf in keine Kategorie gesteckt werden, er erfindet Kategorien. Manche nennen das auch Diagnosen, und das tut man nicht, man darf Leute nicht fröhlich diagnostizieren. Sagt Herr Dr. Lütz in seinem Buch. Was ihn aber nicht daran hindert, das ständig zu tun, er darf das. Und nachdem im Vorwort Herr von Hirschhausen ihm erstmal kräftig ans Bein pinkelt – man muss ja zeigen, wer hier der Herr von und zu ist – und er sich dafür im Vorspiel revanchiert… Mann, die denken doch wirklich, das merkt keiner. Für wie blöd halten die eigenlich den Rest der Welt?

Nun, für wie blöd Herr Lütz den Rest der Welt hält, das macht er in weit mehr als der ersten Hälfte seines Buches ja nun mehr als deutlich. Da löst ein intellektseliger Schenkelklopfer den anderen ab, man kommt ja kaum zum Luftholen vor lauter Lachen. Boah, endlich trifft es mal die Richtigen, diese blödsinnig Normalen und die wahnsinnig Normalen, all diese Idioten, die ja nun jedem ganz fürchterlich auf die Eier gehen – besonders dem Herrn Lütz. Wie der allerdings Begriffe wie „Normopath“ mit seinem ja aufgrund seines Theologiestudiums hoffentlich christlichen Weltbild der Nächstenliebe vereinbart…  Den Grund, warum er mit diesem Wort genauso ätzend und aggressiv um sich wirft wie ein waschechter Borderliner, liefert er uns auf den ferner-liefen-Seiten, wo er auch diese weitverbreitete Störung mal eben schnell auf zwei Seiten abhandelt, ganz hinten im Buch:

Und so gehen die Normalen mit dem Wort „Psychopath“ ausnehmend gehässig um.

Was ich selber denk und tu… Nun, wenn damals, als der Begriff aus der Psychiatrie in das „normale“ Leben durchgesickert ist, seine Herren Vorgänger genauso waren wie er, verbale Totschläger nämlich – was ich für keine gar so abwegige Annahme halte – dann wundert einen ja nun nichts mehr. Oder?

Ach ja, damals war’s… Lang, lang ist’s her, dass es sowas wie schlimme Nebenwirkungen bei Psychopharmaka gab – die schönen neuen sind ja viel besser. Und lang, lang ist’s her, dass man fröhlich fehldiagnostiziert und fehlbehandelt hat, weil man einfach so gar keine Ahnung hatte – in der schönen neuen Welt des Herrn Lütz ist alles einfach nur perfekt. Und üble Spielchen in der Psychiatrie, Betrafung durch Zwangsmedikamentierung, Elektroschocks, Liebesentzug, Freiheitsberaubung, Isolation… sowas gibt es nur in Hollywoodfilmen, irgendwo oder irgendwann anders, überall, nur nicht bei Herrn Dr. Chefarzt Lütz. Da drängt sich aber mir ganz stark der Eindruck auf, dass er da eine besonders schöne neue Welt zusammenbetet. Und einfach nicht sehen will, was um ihn herum passiert. Ich persönlich kenne keinen, wirklich keinen „Verrückten“ mit Psychiatrieerfahrung, der da nicht mehr oder minder schlimme Erfahrungen gemacht hat – und ich kenne viele, und zwar persönlich. Das System verleitet einfach zu sehr, diese Macht, die die Herren und Damen nun mal haben, dann auch fröhlich zu missbrauchen. Darüber täuscht auch das ach so salbungsvolle Verständnis des Herrn Lütz nicht hinweg. Im Gegenteil, ich frage mich dann schon sehr besorgt, was sich bei ihm dahinter verbirgt. Seit Gründung der Heiligen Kirche verbirgt sich hinter Salbungen immer etwas, und meist nichts Gutes.

Es fehlt in diesem Buch nämlich eine Kategorie völlig, die vermeidet er total: die des vollkommen Normalen – mit anderen Worten Gott. Und das dürfte Herr Lütz höchstpersönlich sein, der ist vollkommen normal. Allerdings sagt er das natürlich nicht laut, laut schimpft er immer nur auf die anderen. Normalen. Und versteckt sich hinter den Verrückten, die er ja in Schutz nehmen muss vor den bösen Normalen. Er ist natürlich der Gute, ja, ein Gutmensch will er sein. Einer, der sich hinter allem Möglichen versteckt, gern auch hinter den Namen von Größen wie Shazer und Watzlawik. Komisch ist nur, dass von dem Geist Shazers und Watzlawiks in seinem Buch so gar nichts zu finden ist. Der Geist, den ich da finde, der ist gar nicht schön anzusehen.

Den hatten wir nämlich schon mal, und die Tendenz geht in Deutschland, wie mir Herr Lütz so eindrucksvoll klargemacht hat, auch eindeutig wieder dahin: Niemand ist Schuld daran, dass Leute ver-rückt werden. Man kann Leute nicht ver-rückt machen, das ist völlig unmöglich – tja Herr Lütz, wollen Sie es mal ausprobieren? Ich weiß, wie man das macht, ich könnte da eine Lehrvorführung geben. Aber dazu sind Sie sicher zu feige.

Sie sagen es zwar nicht deutlich, alles, was Sie sagen, ist sehr nebulös. Konkret werden Sie da nie, aber das Bild, was Sie zeichnen, sieht nicht so viel anders aus als das, was der Nationalsozialismus gezeichnet hat – es ist nur etwas scheinheiliger formuliert: Alle Verrückten haben entweder einen Hirn- oder einen genetischen Schaden. Unwertes Leben, um es mal auf den Punkt zu bringen. Man hat das heute etwas erweitert: Entweder Herr Dr. Lütz kann das wegmachen, oder es ist ein Hirn- oder genetischer Schaden. Schuld ist auch in diesem Falle niemand. Niemand wirft dem Umfeld oder gar den nächsten Angehörigen irgend etwas vor, die sind alle vollkommen unschuldig am Zustand des oder der Ver-rückten. Und natürlich wirft auch den Verrückten niemand irgend etwas vor – außer, dass sie verrückt sind. Aus Sicht der Verrückten wirft man uns noch eine ganze Menge mehr vor, aber das ignorieren alle Arten von Normalen natürlich geflissentlich. Und einen Perspektivwechsel kriegt Herr Dr. Lütz ja nun so gar nicht hin, das ist leider ganz und gar offensichtlich. Traurig für einen, der das eigentlich gelernt haben sollte.

Und wenn Herr Dr. Lütz das nicht anders wegmachen kann, weil er dazu zu unwissend ist, weil die Bohlen im eigenen Auge zu dick sind, dann muss sich der Verückte damit abfinden, er muss es einsehen, dass er nun mal krank ist – das nennt sich Krankheitseinsicht, kann man bei Lütz nachlesen -, er ist verpflichtet, sich behandeln, sprich „das“ wegmachen zu lassen – mit den schönen neuen Psychopharmaka, versteht sich, die ja gar nicht mehr böse sind. Und bist du nicht willig… Naja, dass man in der Psychiatrie nun mal auch mit Gewalt Sachen wegmachen darf, das ist jedem Verrückten nur zu gut bekannt. Nur die Normalen wollen davon immer nichts hören, das klingt so brutal.

Und Gewichtszunahmen von 20 kg, Schlafbedürfnis von 12 Stunden und mehr, Ticks wie unkontrolliertes Muskelzucken im Gesicht… alles kein Problem, die sollen sich mal nicht so haben. Ich möchte mal Herrn Dr. Lütz sehen, wie ihm das gefallen würde, wenn ihn ständig Zuckungen überfallen würden, die er nicht verbergen kann. Das wäre doch mal ein Spaß, hahaha.

So, und nun werden wir mal – im Gegensatz zu Herrn Lütz – konkret. Auf weit mehr als der Hälfte des mit 185 Seiten verbaler Schlammschlacht ohnehin nicht dicken Buches – mehr können die schwachsinnigen Normalen, an die sich dieses Buch richtet, eh nicht fassen, nach der Auffassung von Herrn Lütz – beweihräuchert der Herr sich lediglich selbst. Das ist Kabarett vom unterirdischsten, ganz in der Manier des Herr Barth und der diversen Entblößer-Shows im Programm der Privatsender à la Bauer sucht Frau etc. pp. – Brüder im Geiste. Man sucht sich die Schwachen, die, die sich nicht wehren können – die blödsinnig Normalen und die wahnsinnig Normalen, also die Idioten – und kloppt da immer drauf. Alsdann verkauft man diesen Idioten auch noch das Buch, in dem man sich so herrlich über sie lustig macht – die sind ja so blöd, die kaufen das auch noch und merken nichts, denn niemand würde ja zugeben, dass er auch nicht besser ist, darauf kann sich Herr Lütz nun wirklich verlassen. Allerdings traut er seiner eigenen Schlauheit nicht ganz, denn ganz am Ende des Buches sagt er es auch noch laut – für alle, die so blöd sind, dass sie es noch nicht kapiert haben: er will ja niemanden persönlich ansprechen oder gar angreifen, Gott bewahre. Er schlachtet zwar ein ganzes Buch lang – nein, keine heiligen Kühe, bloß die Normalen. Aber er persönlich kennt ja nun niemanden, den die Beschreibung trifft. Für wie blöd hält der uns eigentlich? Ähm, das sagte er ja bereits.

Sein Buch erfüllt nicht nur den Tatbestand des verbalen Totschlags. Nein, es ist zu allem Überfluss alles nur geklaut. Nämlich von seinen Patienten, von denen hat er das alles gelernt. Nur leider sind seine blöden Witzchen nicht sonderlich originell, jeder Maniker kann das besser. Denn leider ist er so blöd, dass er niemals auf die Idee kommen würde, dass seine Patienten ihn nur verarschen. Der Herr Dr. Chefarzt in seinem Elfenbeinturm der salbungsvollen Scheinheiligkeit und der dummen Witzchen hat es wirklich fertiggebracht, in seiner 30jährigen Tätigkeit in der Psychiatrie nun wirklich so gar nichts zu kapieren. Ganz peinlich wird es nämlich, wenn er am Ende mit Paradies und Himmel und philosophischen Ergüssen anfängt. Das sollte er doch lieber den Schizophrenen überlassen, die wissen wenigstens, wovon sie reden.

Als ob ein Verrückter, der seinen Namen verdient, sich von so einem geistigen Tiefflieger und ewig Gestrigen, der sich bloß hinter großen Namen versteckt, aufs Kreuz legen lassen würde. Wir sind ja nun berühmt-berüchtigt dafür, dass wir die Spielchen der Normalen sofort durchschauen. Und in der Krise einfach nicht mitspielen, wofür wir dann weggesperrt werden – und in der Klinik, wo wir uns ja dann unter der wohlwollenden Obhut der Herren Doktoren befinden, die sich so oberschlau dünken, finden wir wieder zu unseren Stärken, wie der Herr Dr. ganz richtig erkannt hat. Das ist so lustig da in den Kliniken, dass manche da gar nicht mehr rauswollen. Man kriegt das Essen serviert, muss nicht arbeiten, kann tun und lassen, was man will und wird den ganzen Tag bespaßt, das ist da ja besser als Kino. Ist doch ein nettes Leben, oder?

Und das bedeutet: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

Ein Chefarzt und Dr. der Psychologie, der alles Negative immer nur auf andere projiziert, der einen theologischen Hintergrund hat und sich am liebsten auf einer Kabarettbühne auslachen lässt – ein Narr, wer Böses dabei denkt. Ich zumindest kann sowas unmöglich ernst nehmen. Und finde es für Deutschland ausgesprochen bezeichnend, wenn sowas auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste landet. Für alle Betroffenen ist diese Tatsache allerdings gar nicht zum Lachen.

Ständig werden in diesem Buch Patienten vorgeführt. In Hörsälen, Behandlungszimmern – das ganze Buch ist eine einzige Vorführung. Man lacht fröhlich über die ach so lustigen Späßchen der armen Irren. Und erst über die Bundeswehr, Mann, wie die sich wieder zum Klops gemacht haben, lustig trallala. Da betteln 500 schwerbewaffnete Jungs darum, dass das entlaufene Opfer der Psychiatrie doch bitte wieder dorthin verbracht wird – schon diese Formulierung, köstlich, das ist doch wieder einer dieser Witze, die Herr Dr. Lütz so gern zelebriert. Und Herr Dr. Lütz lässt es sich natürlich nicht nehmen, die kleinste und zarteste Schwesternschülerin zu schicken. Ich frage mich, wie lustig das eigentlich die kleine zarte Schwesternschülerin fand. Die ist zwar noch nicht fertig ausgebildet, dürfte aber wissen, dass ein falsches Wort, eine falsche Bewegung einen gebrochenen Arm bedeuten kann – entlaufene Irre sind gefährlich, das weiß doch jedes Kind, deshalb weden sie normalerweise mit der Hab-mich-lieb-Jacke geholt. Nur der Herr Chefarzt tut so, als wüsste er das nicht. Und die Schülerin dürfte auch wissen, dass eine Weigerung ihr berufliches Aus bedeuten würde – man widerspricht dem vollkommen normalen Chefarzt Dr. Lück nicht ungestraft, nehme ich stark an. Also tut man, was der Herr im Psychiatriehimmel befiehlt – er kann das auch in seinem üblichen salbungsvollen Ton tun, das ist egal.

Ist Bigotterie eigentlich auch bei Psychologen eine anerkannte Berufskrankheit? Wie praktisch, dass der Herr ja auch gleich noch Theologe ist, denn bei jedweder moralisch fragwürdigen Aktion, die er im Buch schildert, erteilt er sich sofort selbst Absolution. Auch den lieben Kollegen gegenüber ist er da durchaus großzügig. Die haben ihm ja auch im Gegenzug gleich zum Auftakt des Buches bestätigt, dass es alles enthält, was man schon immer über die Psychologie wissen wollte – nun ja, das kann man so sagen. Ich habe genug gelesen, das dünne Machwerk spricht wirklich Bände.

Wie ist es eigentlich möglich, dass ein Mensch, der bundesweit ein so menschenverachtendes Weltbild propagiert, auf die armen Irren losgelassen wird? Noch dazu als Chefarzt? Mich wundert jedenfalls nicht mehr, dass ich so oft das Gefühl habe, dass die deutsche Psychologenschaft deutlich kränker ist als die, die sie behandeln. Wenn das die Anführer sind…

Spruch des Tages

„Eunuchen legen für gewöhnlich einen gewissen Fatalismus an den Tag.“

Michael Moorcock

Hochmut kommt für gewöhnlich auch noch vor dem Fall. Also müsste nach dieser Logik dem Sündenfall doch noch etwas anderes vorausgegangen sein… Darüber sollten wir wirklich noch mal nachdenken. Das ist eine interessante Feststellung – wo auch immer die hergekommen ist.

Wir lieben uns doch alle

Ein Deutscher sitzt gerade beim Frühstück, mit Kaffee, Brötchen, Butter und Marmelade, als sich ein Kaugummi kauender Türke neben ihn setzt. Ohne aufgefordert zu werden, beginnt dieser eine Konversation: „Esst ihr Deutschen eigentlich das ganze Brot..?“

Der Deutsche lässt sich nur widerwillig von seinem Frühstück ablenken und erwidert: „Ja, natürlich.“

Der Türke macht eine Riesenblase mit seinem Kaugummi und meint: „Wir
nicht. Bei uns in der Türkei essen wir nur das Innere des Brotes. Die
Brotrinden werden in Containern gesammelt, aufbereitet, in Brote
geformt und nach Deutschland verkauft. (Das müsste natürlich „zu Broten“ heißen, aber um der Authentizität willen lassen wir das so. Die diversen marginalen Tippfehler haben wir uns zu korrigieren erlaubt. Anm. d. Red.)

Der Deutsche hört nur schweigend zu. Der Türke lächelt verschmitzt und fragt: „Esst Ihr auch Marmelade zum Brot..?“

Der Deutsche erwidert leicht genervt: „Ja, natürlich.“

Während der Türke seinen Kaugummi zwischen den Zähnen zerkaut, meint er: „Wir nicht. Bei uns in der Türkei essen wir nur frisches Obst zum
Frühstück. Die Schalen, Samen und Überreste werden in Containern
gesammelt, aufbereitet, zu Marmelade verarbeitet und nach Deutschland
verkauft.“

Nun ist es an dem Deutschen, eine Frage zu stellen: „Habt Ihr
eigentlich auch Sex in der Türkei?“

Der Türke lacht und sagt: „Ja, natürlich haben wir Sex.“

Der Deutsche lehnt sich über den Tisch und fragt: „Und was macht Ihr mit den Kondomen, wenn Ihr sie gebraucht habt?“#

„Die werfen wir weg!“, meint der Türke.

Jetzt fängt der Deutsche an zu lachen: „Wir nicht. In Deutschland werden alle Kondome in Containern gesammelt, aufbereitet, geschmolzen, zu Kaugummi verarbeitet und in die Türkei verkauft!!!“

Und nein, die Deutschen halten die Türken überhaupt nicht für blöd…

Wir haben ja unsere eigenen Idioten.

Nach der Pause fragt der Lehrer: „Na Fritz, was hast Du denn in der Pause
gemacht?“

Fritz: „Ich habe im Sandkasten gespielt.“

Lehrer: „Wenn Du ‚Sand‘ richtig an die Tafel schreiben kannst, darfst Du heute 2 Stunden früher nach hause.“

Fritz geht an die Tafel und schreibt fehlerfrei ‚Sand‘ an.

Lehrer: „Das hast Du toll gemacht. Zur Belohnung darfst Du 2
Stunden früher nach Hause gehen.“

Jetzt fragt der Lehrer Hans: „Na Hans, was hast Du denn in der Pause gemacht?“

Hans: „Ich habe zusammen mit Fritz im Sandkasten gespielt.“

Lehrer: „Wenn Du ‚Kasten‘ richtig an die Tafel schreiben kannst, darfst Du heute auch 2 Stunden früher nach Hause.“

Hans geht an die Tafel und schreibt fehlerfrei ‚Kasten‘ an.

Jetzt fragt der Lehrer Erkan: „Na Erkan, was hast Du denn in der Pause
gemacht?“

Erkan: „Ey, isch wolle schpiele mit die beide andere in Kiste
von Sand, aber die nix mich habe gelasse.“

Lehrer: „Oh, das ist ja eine rassistische Diskriminierung einer ethnischen Minderheit. Wenn Du „rassistische Diskriminierung einer ethnischen Minderheit“ richtig an die Tafel schreiben kannst, darfst Du heute auch 2 Stunden früher nach Hause.“

Hat irgendjemand irgendwelche Zweifel an der ursprünglichen Grundaussage? Für nicht ganz so Helle: Die finden Sie in der Überschrift… Und es ist doch immer wieder schön, so unterschiedliche Grundaussagen vollkommen unreflektiert und kommentarlos in einer Massenmail geschickt zu bekommen. Was uns der – offenbar deutsche – Dichter damit wohl sagen will? Aber die schimpfen ja lieber auf die Jugend heutzutage und den Untergang der abendländischen Kultur…(Jaaaaa, wo, wie, was, hab ich irgendwas verpasst? Sollten wir schon mal das Freudenfeuer anzünden?)

Sehr geehrtes Finanzamt

Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen …

… nein, falsch, das geht nicht, das war der falsche Textbaustein, den benutzen die immer. Wir müssen uns was anderes einfallen lassen. Leider ignoriere nur ich die zivilisierte Welt, die geht mir dagegen mal wieder tierisch auf die Nerven.

Die haben mir eine Mahnung geschickt. KFZ-Steuer. Ich hab mich ja damit abgefunden, dass ich die zahlen muss, obwohl ich mich bei dem Zustand der Straßen in meiner näheren und weiteren Umbegung schon frage, wofür die die Gelder ausgeben – für Straßen offensichtlich nicht. Aber das ist ja sowieso nur eine rein rhetorische Frage – wofür die Steuern ausgegeben werden, erfährt man ja, sowie man den Fernseher einschaltet. Was ich deshalb tunlichst vermeide. Lassen wir sie doch in dem Glauben, dass das eh keiner merkt.

Man macht sich eben lächerlich, so gut man kann. Und die deutsche Journaille gleich noch mit dazu. Und das auch noch in der ersten Reihe, dafür werden unsere Rundfunk- und Fernsehgebühren verplempert – mit denen wir uns ja auch abfinden müssen, obwohl man sich schon fragt, wofür die … Lassen wir das. Das ist doch eine wirklich reife Leistung von allen Beteiligten, echt jetzt mal. Also, so derb hab ich mich meines Wissens noch nie öffentlich zum Löffel gemacht. Vermutlich muss man dafür ja Bundeskanzlerin sein.

Aber zurück zu der Mahnung. Man will von mir 3.50 Teuro Mahngebühr. Dummerweise hab ich gar keine Zahlungsaufforderung gekriegt. Und dummerweise ist das mal ganz ausnahmsweise keine faule Ausrede, die kriegt nämlich meine ehemalige Insolvenzverwalterin. Das ist so, wenn man insolvent ist. Zuerst kriegt der Verwalter das, und der schickt das dann an den Schuldner. Was man damit bezweckt, ist ein wenig unklar, denn verbummeln, ignorieren oder einfach absichtlich nicht zahlen kann man das ja auch so. Und der Verwalter hat vollkommen unnütze Arbeit – und diese armen, armen Menschen sind ja soooo überlastet. Wirklich.

Deshalb hat mir meine Insolvenztante als letzte Amtshandlung verboten, sie weiter zu belästigen. Rufen Sie mich ja nicht an. Sehen Sie gefälligst zu, wer Ihnen Fragen beantwortet (niemand, du kannst dir als Schuldner ja einen Anwalt nehmen, das ist ja ein Klacks für unsereins), dafür bin ich nicht zuständig und ich gedenke auch nicht, das zu tun. Leider finde ich den Wisch mal wieder nicht… Aber das stand da wirklich so drin. Und das hab ich auch erlebt, mehrfach, ich habe keinerlei Zweifel, dass die das ernst meint. Ihr stereotyper Leitspruch war, ist und wird es wohl auch immer bleiben: „Ich mache hier keine Rechtsberatung.“ Das ist die Antwort auf so ziemlich jede Frage, die mir jemals zu meiner Insolvenz eingefallen ist.

Und nun hat sie, da sie für mich ja nicht mehr zuständig ist, die Zahlungsaufforderung des Finanzamtes über meine KFZ-Steuer vermutlich verbummelt. Oder in Ablage P gebunkert. Oder was auch immer sie mit solchen lästigen Schreiben macht. Vermutlich dasselbe wie jeder halbwegs intelligente Mensch, der ein kleines Problem mit der ewig heiligen Ordnung der lästigen und überflüssigen Dinge hat. Egal, wohin, Hauptsache weg. Geh mir aus den Augen…

Was ich aber nun eine ziemliche Sauererei finde ist, dass ich jetzt dafür bezahlen soll, dass diese stattlich (auch der ist ja wieder zu treffend, um korrigiert zu werden, aber natürlich ist sie auch noch staatlich bestellt, aber das natürlich nur nebenbei…) bestellte Insolvenzverwalterin, die mein nicht existentes Vermögen treuhänderisch verwaltet hat, selbiges jetzt rückwirkend veruntreut. Oder wie darf ich den Sachverhalt sonst verstehen?

Zumal das nicht das erste Mal ist. Das hat sie fast jedes Jahr so gemacht – sie hat sich so lange ausgeschlafen, dass ich Säumnisgebühren zahlen durfte. Gleich im erten Jahr war das am allerbesten, da hab ich das, nachdem ich den Wisch von ihr geschickt bekommen hab, sofort bezahlt – es war ja schon überfällig. Und ein Jahr später, als dann das Finanzamt endlich auch ausgeschlafen hatte, durfte ich dann Säumniszuschlag für das ganze Jahr bezahlen. Hab das ja zu spät beglichen. Und versuch mal, das Finanzamt zu einer Rückzahlung zu bewegen… Das haben schon ganz andere versucht und sind damit gescheitert. Als nichtsnutziger Schuldner brauchst du an so etwas nicht einmal  zu denken.

Dasselbe gilt natürlich für sogenannte Insolvenzverwalter.

Es sind nur 3,50 €. Aber es geht ums Prinzip. Und lustig finde ich das nicht. Und die  angeblich 7 Millionen anderen Schuldner, die es in der Bundesrepublik gibt, sicher auch nicht – aber vermutlich ist das wieder maßlos untertrieben. Insolvenz bedeutet nicht nur, dass man mit Geld am Existenzminimum auskommen muss (was unter Umständen durchaus mehr sein kann, als andere Leute heutzutage verdienen, nicht, dass wir uns jetzt falsch verstehen, es gibt eine Menge Leute, die haben noch weniger). Nein, man muss auch noch hübsch die Schnauze halten, wenn die sowas mit dir machen. Rufen Sie mich ja nicht an…

Ich rufe aber Montag mal das Finanzamt an. Vielleicht gehe ich die auch mal besuchen. Mir ist gerade ein wenig kämpferisch zumute, ich hab die Restschuldbefreiung ja schriftlich, das befreit tatsächlich ungemein.

Von Aalglatt bis Zwergkarnickel

Da die (zivilisierte) Welt und ich beschlossen haben, uns gegenseitig mehr oder weniger völlig zu ignorieren, ist doch tatsächlich ziemliche Ruhe eingekehrt. Klappt scheinbar immer, diese Strategie. Ich bereite mich heute schon in aller Seelenruhe darauf vor, morgen reiten zu gehen – ich will Frühling, sagte ich das eigentlich schon? -, warte… okay, ungeduldig 😉 auf das Balanceboard von Amazon und bastele weiter an diversen Konzepten.

Eine gewisse Firma mit A wie Apfel oder Angeber oder Anscheißer will einfach zu viel von den Leuten wissen, deshalb muss ich mir jetzt etwas anderes einfallen lassen. Ich muss irgendwie dringend an meinem Timing arbeiten, ich bin immer ganz entschieden zu schnell. Die hab ich auch wieder abgehängt, die kommen einfach alle nicht mit. Was kann denn ich dafür, dass ich deren Bedingungen erst morgen erfüllen werde, aber die Software heute schon brauche, damit ich morgen die Bedingungen erfüllen kann… Sowas Blödes aber auch. Warum beißen sich Katzen eigentlich immer in den eigenen Schwanz? Das ist doch irgendwie ein bisschen verrückt, oder? Und Hunde machen das auch. Firmen mit A wie… haben offenbar das gleiche Problem. Scheinbar denken die, der rennt sonst weg. Die haben einfach kein Vertrauen zu ihrem eigenen Schwanz. Und was uns der Dichter damit jetzt wieder sagen will…

Okay: Bildungs- und lernbereites Team mit Ausbilderschein und Studienanmeldung braucht rabattiertes Softwarepaket. Ist das so schwer zu begreifen? Und warum muss das Team einen Offenbarungseid leisten, um den Rabatt dann auch zu bekommen? Ich meine, ich hab das ja nun schon mal wirklich gemacht, mehr wollten die auch nicht wissen. Eher weniger, private Informationen interessierten die nicht, denen hat die Kohle gereicht. Aber Firmen mit A wollen bald auch noch wissen, mit wem man ins Bett steigt. Man schadet sich eben selbst, so gut man kann.

Wir haben nicht nur ein Gedächtnis wie ein Elefant, wir sind auch ziemlich erfinderisch, wenn es darum geht, Leuten, die sich bei uns unbeliebt gemacht haben, eins auszuwischen. Und Firmen erst… Und zu allem Überfluss sind wir auch noch viele. 🙂

Bitte korrigieren Sie ihren Kurs…

Kurs-Korrektur

Korrigieren Sie Ihren Kurs

Und ein Narr, wer Böses dabei denkt:

Wir glauben euch nicht

Aber das ist ja auch Focus, das Boulevardblatt… Das Spieglein ist da ja viel glaubwürdgier … ähm… würg. Zumindest hat das längere Artikel. Was für eine Verschwendung von Zeit und Papier…

« Older entries